11.06.2018 / 4 Minuten Lesezeit

Geht Just-in-time auch in der Produktentwicklung?

Just-in-time ist ein sehr altes Prinzip im Umfeld von Lean Management und bedeutet…

 

… das richtige Teil (genau das, was ich will),

  • zur richtigen Zeit (genau dann, wann ich es benötige),
  • am richtigen Ort (genau dort, wo ich es benötige),
  • in der richtigen Qualität (fehlerfrei),
  • in der richtigen Menge (genau so viel, wie ich benötige),

… zum richtigen Preis.

 

Für die Produktion und Montage bedeutet dieses Prinzip, dass wir die Fertigung und Montage genau dann starten, wenn alles Material da ist und wir durch einen definierten Ablauf genau so viel Zeit benötigen, dass wir bis zum Ausliefertermin wie geplant fertig sind.

In der Abwicklung von Projekten in der Produktentwicklung sind wir teilweise noch weit davon entfernt, zeitgerecht und in richtiger Qualität alle geforderten Spezifikationen zu erfüllen und zugleich auch noch die Entwicklungs- und Herstellungskosten im Griff zu haben.

Wir sprechen oft nicht von einer Termintreue von 90%, 95% oder gar 98%, wie in der Auslieferung von Produkten in der Fertigung, sondern sind oft schon glücklich, wenn wir 30-50% unserer Projekte erfolgreich im ursprünglichen Terminplan abschliessen.

Durch die Reduktion von Verschwendung im gesamten Produktentwicklungsprozess ist es aber durchaus möglich, wesentliche Schlaufen im Prozess zu verhindern und unsere Termintreue zu steigern.

Just-in-time in der Produktentwicklung heisst, früher auf den Markt zu kommen

Wenn es uns gelingt, die Verschwendung im Produktentstehungsprozess zu reduzieren, können wir unsere Termintreue in der Projektabwicklung steigern. Im Gegensatz zur Produktion und Montage, wo wir erst später mit der Produktion beginnen, können wir in der Produktentwicklung durch die Reduktion der Durchlaufzeit bei gleichem Projektstart früher auf den Markt kommen.

 

Just-in-Time in der Produktentwicklung

Just-in-time kann eben auch in der Produktentwicklung nur dann erreicht werden, wenn es uns gelingt, die Verschwendung konsequent zu reduzieren.

Dabei geht es darum, offensichtliche Verschwendungen ganz zu eliminieren. Dazu gehören beispielsweise:

  • Interne Änderungen
  • Jegliche Behebung von Fehlern
  • Redundante Aufgaben
  • Verzögerte Entscheidungen
  • Unterbrechungen von Mitarbeitenden

Gleichzeitig geht es aber auch darum, sogenannte notwendige Verschwendungen auf ein Minimum zu reduzieren, beziehungsweise diese Prozesse effizienter zu gestalten. In diese Kategorie gehören zum Beispiel:

  • Teilnahme an Projektmeetings
  • Erstellung von Dokumentationen
  • Projektplanung und Projekttracking
  • Durchführung von Tests und Reviews

Die Reduktion der Durchlaufzeit führt einerseits zu reduzierten Kosten und andererseits zu höheren Margen, weil wir vor dem Mitbewerber auf den Markt kommen. Wir gewinnen also gleich zweimal!

Just-in-time geht also auch in der Entwicklung neuer Produkte und der Nutzen ist mindestens so gross wie in Fertigungsbereichen.

Was sind Ihre Erfahrungen dazu? Ich bin gespannt auf Ihre Inputs in diesem Blog.

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