16.01.2018 / 8 Minuten Lesezeit

Sehen lernen – und dann auch umsetzen!

Sehen lernen – es gibt wohl kaum einen passenderen Titel für ein Fachbuch wie dieses. Das Buch ist das Standardwerk, wenn es um die Methoden Wertstromanalyse und -design geht.

 

«Sehen lernen: Mit Wertstromdesign die Wertschöpfung erhöhen und Verschwendung beseitigen».

Mike Rother und John Shook

Deutsche Ausgabe;
Lean Management Institut;
Auflage: 4 (7. Oktober 2015);
ISBN-10: 3980952118

Methode zur Erfassung des Ist-Zustandes und Darstellung eines optimierten Soll-Prozesses mit anschliessender Umsetzung

Die Wertstrommethode ist ein mächtiges Instrument, um den gesamten Fluss aller Aktivitäten, die notwendig sind um ein Produkt herzustellen, auf einfache Art und Weise visuell darzustellen.

Der sogenannte Wertstrom beinhaltet sowohl die wertschöpfenden als auch die nicht-wertschöpfenden Aktivitäten.

 

Die Methode gliedert sich grundsätzlich in drei Teile:

  • Wertstromanalyse – Methode, um den Ist-Zustand (Momentaufnahme) eines Unternehmensprozesses mit einfachen Symbolen zu visualisieren
  • Wertstromdesign – Methode, um den gewünschten und optimierten Soll-Zustand eines Unternehmensprozesses mit einfachen Symbolen zu visualisieren
  • Wertstromplanung – Planung und schrittweise Umsetzung des optimierten Soll-Prozesses

Nutzen der Methode

Die Anwendung dieser Methode hat folgenden Nutzen:

  • Vogelperspektive über den Prozess aufzeigen – Erkennen von Fluss
  • Verschwendungen und deren Ursachen erkennen
  • Gemeinsame Sprache für alle Beteiligten über den Prozess
  • Transparenz über die Auswirkungen von Entscheidungen auf den Fluss, dadurch werden Zufallsentscheide vermieden
  • Verbesserungsprojekte werden gebündelt, keine Suboptimierung durch «Rosinenpicken»
  • Basis für Umsetzungsplan
  • Zeigt Zusammenhang zwischen Material und Informationsfluss

 

Nach erfolgter Wertstromanalyse kann das Bild zum Beispiel folgendermassen aussehen:

 

Von der Wertstromanalyse zum Wertstromdesign

Zur Erarbeitung des Wertstromdesigns (Darstellung des optimierten Soll-Zustandes) werden nun die erkannten Schwachpunkte eliminiert und Lösungsansätze hin zum verschwendungsfreien Prozess entwickelt. Der Ideal-Prozess hat dabei folgende Rahmenbedingungen zu erfüllen:

 

  1. Produziere nach dem Kundentakt
  2. Entwickle einen kontinuierlichen Fluss wo immer möglich (One-Piece-Flow)
  3. Verwende Supermarkt-Pull-Systeme zur Produktionssteuerung, wo ein kontinuierlicher Fluss nicht möglich ist
  4. Versuche, die Produktionsplanung nur an einer einzelnen Stelle im Wertstrom anzusetzen
  5. Nivelliere und glätte die Produktion

 

Eine mögliche Version des Wertstromdesigns kann nun folgendermassen aussehen:

 

 

Da es sich bei der Erarbeitung des Wertstromdesigns um die kreative Phase im Prozess handelt, gibt es dafür nicht nur eine mögliche Lösung. Für die anschliessende Wertstromplanung wird dann diejenige Lösung umgesetzt, welche den geringsten Verschwendungsanteil aufweist und innert einigen Monaten realisiert werden kann.

Den Fokus auf die Umsetzung legen!

Bei der Wertstromplanung geht es dann darum, den zuvor definierten Soll-Prozess schrittweise umzusetzen. Dabei gibt es eigentlich nur einen wichtigen Punkt zu beachten:

  • Setze den definierten Soll-Prozess konsequent um!

Denn ohne Umsetzung bleibt es eine Wertstromanalyse und dies bedeutet nichts anderes als die Darstellung des Ist-Zustandes und dieser ist genauso verschwendungsreich wie der aktuelle Prozess…

Aus diesem Grund ist der allgemein verwendete Begriff Wertstromanalyse für die Methode etwas einseitig, denn er beinhaltet nur den ersten Teil und reduziert noch keine Verschwendung.

Ergänzung:

Die Methode kann auch für administrative Prozesse ohne Materialflüsse eingesetzt werden. Dabei kommt eine etwas andere Darstellungsweise zur Anwendung – auf diese gehe ich aber dann im Rahmen eines folgenden Blogbeitrages näher ein.

Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem mächtigen Instrument bisher gemacht?

Ich freue mich auf Ihre Reaktion zum Thema in diesem Blog.

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